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Masterstudiengang Deutschsprachige Literatur mit dem Schwerpunkt Ältere Literatur

Foto: Lorenz Becker

Foto: Lorenz Becker

Studieren in Berlin

Der Studiengang „Deutschsprachige Literatur mit dem Schwerpunkt Ältere Literatur“ ist einer der wenigen Masterstudiengänge in Deutschland, in denen ein Schwerpunktstudium allein der Älteren deutschen Literatur von den Anfängen bis ins 16. Jahrhundert möglich ist.

Die Begrenzung der Jahrgänge ermöglicht ein intensives Lernen in kleinen Gruppen und eine sorgfältige Betreuung. Dadurch ist auch eine besondere Nähe zur Forschung möglich, die der Erfüllung des alten humboldtschen Ideals des forschenden Lernens sehr nahekommt. Vielfältige Möglichkeiten zum Austausch mit Mittelalterbegeisterten aus Universitäten in Berlin, Deutschland und aller Welt bieten darüber hinaus regelmäßige interdisziplinäre und internationale Veranstaltungen und die Sitzungen des institutseigenen Kolloquiums, in dem fortgeschrittene Bachelor- und Masterstudierende, die wissenschaftlichen Mitglieder des Arbeitsbereichs sowie Gäste in- und ausländischer Universitäten zusammenkommen.

Der Arbeitsbereich verfügt über exzellente internationale Beziehungen. Dies ermöglicht einen regen Austausch mit Gästen aus Europa, dem Nahen Osten oder Nordamerika. Außerdem können Studierende regelmäßig an renommierte Universitäten, vor allem in den USA und Kanada, vermittelt werden. Dies gilt für kürzere Studienaufenthalte ebenso wie für Promotionsvorhaben, die sich an das Studium anschließen. Innerhalb des Studiums können solche Aufenthalte über die Direktaustauschprogramme der FU (Übersee) oder Erasmus (Europa) realisiert werden.

Die Freie Universität ermöglicht durch Kooperationen in Lehre und Forschung den Austausch mit Mediävist:innen nicht nur benachbarter Philologien (insbesondere Niederlandistik und Anglistik; Latinistik und Romanistik), sondern auch der Kunstgeschichte, Arabistik oder Philosophie. Ihr Bibliothekssystem beinhaltet neben umfassenden Ressourcen unter anderem eine umfassende Faksimilesammlung der Kunstgeschichte mit hochwertigen Faksimiles mittelalterlicher Handschriften und Drucke. Bibliotheken, die Dahlem Research School, das Ada Lovelace Center for Digital Humanities und das Dahlem Humanities Center haben neben inhaltlichen auch methodische Angebote, und dies auch für (Post-)Gradierte. Darüber hinaus fördert die Berlin University Alliance studentisches Forschen durch regelmäßige Ausschreibungen etwa der x-Student Research Groups.

Berlin ist also ein hervorragender Standort für das Studium der Älteren Deutschen Literatur, zumal die Berliner Mediävistik über die Freie Universität hinausreicht: Studierende können auf die Bibliotheken der anderen Berliner Hochschulen und die Staatsbibliothek zu Berlin zurückgreifen. Zwischen den Berliner Hochschulen und der Universität Potsdam besteht ein reger wissenschaftlicher Austausch, der in Workshops und Tagungen, aber auch im mediävistischen Kolloquium der Humboldt Universität realisiert wird. Auch die Staatsbibliothek zu Berlin und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften bieten Veranstaltungen an, die in den Interessenbereich der Mediävistik fallen. Nennenswert sind unter anderem die Editionsvorhaben, an denen das Mittelalterzentrum der Akademie beteiligt ist, oder die umfassende Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Schließlich ist Berlin ein etablierter Verlagsstandort für wissenschaftliche Buchverlage, unter anderem de Gruyter ist hier ansässig. Regelmäßig entstehen an den jeweiligen Orten Gelegenheiten zur Teilhabe an Forschung und Lehre, nicht zuletzt durch Hilfskraftstellen.

Forschungsnahes Lernen

Der Master verbindet den Grundsatz des forschenden Lernens mit dem Erwerb philologischer Kompetenzen. Forschung und Lehre umfassen grundsätzlich die ganze Bandbreite der Gattungen deutschsprachiger Literatur vom hohen bis zum späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit, wobei die Romane und die Epik des Hoch- und Spätmittelalters, die religiöse Dichtung (Legende, Bibelepik, geistliche Spiele) und die Novellistik des Mittelalters im Vordergrund stehen. Als besondere methodische Interessen über den allgemeinen literaturwissenschaftlichen Rahmen hinaus sind zu nennen: Globale Erzählliteraturen, Gattungstheorie, Gender Studies, Theorien des Wunderbaren und des Wissens, historische Emotionsforschung, historische und literarische Anthropologie sowie historische Medialitätsforschung. Die aktuellen Forschungsfelder der Dozent:innen können Sie auf ihren Webseiten verfolgen: Prof. Dr. Jutta Eming, Prof. Dr. Elke Koch, PD Dr. Ralf Schlechtweg-Jahn, PD Dr. Johannes Traulsen. Prof. Dr. Eef Overgaauw, langjähriger Leiter der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, bietet regelmäßig ein Seminar zur Handschriftenkunde und Paläographie an. Studierenden steht es zudem offen, ihren Studienverlaufsplan durch den Besuch von Lehrveranstaltungen an den anderen Berliner Hochschulen oder an der Universität Potsdam nach ihren eigenen Interessen individuell zu gestalten. Eine Fülle von Nachbardisziplinen, von den anderen Philologien über die mittelalterliche Geschichte und Kunstgeschichte bis hin zur Philosophie und Theologie, stehen für ein interdisziplinäres Studium zur Verfügung.

Die Mitglieder der Abteilung Ältere deutsche Literatur und Sprache führen verschiedene Forschungsvorhaben durch und sind regelmäßig an fächerübergreifenden Forschungsverbünden beteiligt, wie aktuell dem wissenschaftlichen Netzwerk (2024–2027) Wort – Wirkung – Wunder. Sprache und Macht in der Vormoderne zwischen Religion, Magie und Medizin oder Förderlinien der Berlin University Alliance. Über das Forum Mittelalter – Renaissance – Frühe Neuzeit können sich Angehörige verschiedener mediävistischer Fächer vernetzen. Schließlich ist die Altgermanistik auch in die Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien integriert. Die breit aufgestellte und international ausgerichtete Graduiertenschule hält ein weit gefächertes Angebot zur interdisziplinären Vernetzung mit Promovierenden der Literaturwissenschaften bereit und bietet Möglichkeiten zur strukturierten Promotion nach dem Masterstudium. Aus dieser intensiven Vernetzung der Älteren deutschen Literatur ergeben sich jedes Semester eine Vielzahl von Gastvorträgen, Workshops und Tagungen.

Was macht man danach?

Ein zentrales potenzielles Arbeitsfeld für Graduierte des Masterstudiengangs ist die Wissenschaft selbst, und so sind eine ganze Reihe Absolventinnen und Absolventen der letzten Jahre in Mitarbeiterstellen oder Graduiertenkollegs im gesamten Bundesgebiet, aber auch international, wie in die USA und Kanada, gewechselt. Eine besondere Nähe besteht aufgrund der intensiven Beschäftigung mit Fragen der handschriftlichen Überlieferung, Editionswissenschaft oder historischen Medialität, die das Fach mit sich bringt, zur Arbeit in Archiven, Bibliotheken oder Verlagen.

Zugleich stellt ein Studium der Älteren Deutschen Literatur bei aller Spezialisierung, oder, je nach Perspektive, Horizonterweiterung, immer auch ein Studium der Germanistik im allgemeinen Sinn dar, was für alle entsprechenden Berufsfelder qualifiziert.

Zugangsvoraussetzungen

Zugangsvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes BA-Studium oder ein anderer gleichwertiger Hochschulabschluss mit einem Studienanteil im Fach Deutsche Philologie/Germanistik im Umfang von mindestens 60 LP, davon mindestens 20 LP im Bereich der Neueren deutschen Literatur und mindestens 10 LP im Bereich der Älteren deutschen Literatur und Sprache. 

Exemplarischer Studienverlauf:

Die Dauer des Studiums beträgt vier Semester und wird mit einem Master of Arts abgeschlossen. Das Studium ist in Modulen organisiert, die wir hier in einem exemplarischen Studienverlaufsplan darstellen. In einem so spezialisierten Master sind aber individuelle Formen der Studienorganisation ohne weiteres möglich. Im Sinne einer bestmöglichen Nutzung des Wissenschaftsstandorts Berlin besteht außerdem eine gewisse Flexibilität bezüglich der Integrierbarkeit von Angeboten anderer Fachbereiche und Universitäten.

Verlaufsplan:

Fachsemester

Modul

Masterarbeit

1. FS 30 LP

Literaturtheorie, Ästhetik, Poetik (15 LP)

Exemplarische Lektüren (15 LP)

 

2. FS 30 LP

Literatur- und Kulturgeschichte (15 LP)

Deutsche Literatur des Mittelalters im europäischen Kontext (15 LP)

 

3. FS 30 LP

Medialität der deutschen Literatur des Mittelalters (15 LP)

Abschließende Planung eines wissenschaftlichen Projekts (Besuch des Forschungskolloquiums, 15 LP)

Masterarbeit (30 LP)

4. FS 30 LP